Erasmus und Nachhaltigkeit

Wir möchten Erasmus nachhaltig gestalten. Zum einen meinen wir damit, während des Auslandsaufenthalts und beim Reisen möglichst Ressourcen schonend und nachhaltig in Verantwortung für unsere Umwelt und Gesellschaft zu leben. Zum anderen aber auch, dass Sie sich mit dem Thema Nachhaltigkeit in Ihrem Gastland auseinandersetzen und durch den interkulturellen Austausch einen nachhaltigen Mehrwert für sich und alle beteiligten Personen schöpfen. Zu diesem Thema finden Sie hier einige Anregungen und weiterführende Links.

Nachhaltigkeit ist auch für unser Netzwerk der Partnerhochschulen mit der regionalen Kontaktstelle am Institut inter.research e.V. von Bedeutung. Die beteiligten Hochschulen haben sich in den nächsten Jahren verpflichtet, Klimaschutz und Nachhaltigkeit als Entwicklungsziel zu verfolgen. Der Aspekt der Nachhaltigkeit von Erasmus ist also eingebunden in aktuelle hochschulpolitische und gesellschaftliche, ökonomische und ökologische Entwicklungen, nicht zuletzt des Europäischen Green Deals.

Nachhaltigkeit und interkultureller Austausch

Kultureller Austausch bedeutet Bereicherung, so auch beim Thema Nachhaltigkeit. Ein längerer Aufenthalt im Ausland bietet die Möglichkeit, Ihre bisherigen Gewohnheiten zu reflektieren und die Gepflogenheiten in Ihrem Zielland aufmerksam zu beobachten und positive Bräuche und Ideen in Ihren Alltag (auch nach dem Auslandspraktikum) zu integrieren. Bei einem Praktikum haben Sie die Chance, auch die Einstellung, Aktivitäten und Ideen Ihrer Praktikumseinrichtung zum Thema Nachhaltigkeit zu beobachten. So können Sie einen Einblick gewinnen, wie das Thema in Ihrer Branche in Unternehmen angegangen wird und welche Aktionen diesbezüglich umgesetzt werden.
Gibt es zum Thema Nachhaltigkeit nur wenige oder keine Ideen und Aktionen? Dies ist eine Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, den Austausch zu diesem Thema anzukurbeln und eventuell selbst einige Aktionen im Gastland und der Praktikumstelle anzuregen.
Ihre Beobachtungen zum Thema Nachhaltigkeit können Sie z.B. im Hands on Learning Modul “Discover business ethics! Social responsability and social entrepreneurship” reflektieren.

Sie können Ihr Auslandspraktikum auch nachhaltig gestalten, indem Sie die Chancen des interkulturellen Austauschs nutzen. Dieser bedeutet Bereicherung für alle involvierten Personen, zu vielen verschiedenen Themen. Sie werden so einen Mehrwert aus Ihrem Auslandspraktikum kreieren und viel für Ihren weiteren Lebensweg aus dieser Zeit mitnehmen. Auch dies ist eine Weise, das Auslandspraktikum nachhaltig zu gestalten.

Die Wahl der Unterkunft

Mit der Wahl der Unterkunft können Sie zur Nachhaltigkeit beitragen.
Beispielsweise können Sie sich Unterkünfte suchen, die von Einheimischen geführt werden. Große Hotelketten haben den Nachteil, dass das erwirtschaftete Geld nur selten im selben Land bleibt. Mit ein bisschen Recherche finden Sie mit Sicherheit einen Homestay bei Einheimischen z.B. über Couchsurfing und AirBnb.

Ecobnb: Die Plattform bietet einen Weg, die Art wie wir reisen zu ändern. Dies geschieht durch den Aufbau eines Netzwerkes, welches eine Art des Tourismus fördert, die Natur, Wirtschaft und die örtliche Gemeinschaft respektiert. https://ecobnb.de/

MyCabin: Das Start-up teilt die schönsten Naturplätze mit verantwortungsbewussten Reisenden. https://welcome.mycabin.eu/host/lp

Couchsurfing: Übernachtungen bei Locals. https://www.couchsurfing.com/

CO2-Sparende Mobilität

Die Bahn, das Fahrrad, Öffentliche Verkehrsmittel und Carsharing wie z.B. BlaBlaCar sind eine umweltfreundliche Alternative zum Flugzeug. Je länger die Reisedistanz, umso größer ist der ökologische Fußabdruck. Deshalb sollte z.B. der Aufenthaltszeitraum im Gastland dementsprechend länger sein, bzw. umso größer ist Ihre Verantwortung sich für Klimaschutz einzusetzen.

Hier eine kleine Auflistung, wie schnell man mit dem Zug unterwegs ist:

Frankfurt – Paris --> ca. 4 Stunden

Frankfurt – Kopenhagen --> ca. 9 Std. 30 Min.

Frankfurt – Madrid --> ca. 33 Std. 20 Min.

Frankfurt – Bozen --> ca. 11 Stunden.

Carsharing: Im Gastland können öffentliche Verkehrsmittel oder Angebote wie Carsharing oder BlaBlaCar genutzt werden, das ist nicht nur umweltschonend sondern auch ökonomisch. https://www.blablacar.de/

Bahn: Die Bahn ist eines der saubersten und schnellsten Möglichkeiten zu reisen. https://de.omio.com/bahn/bahnverbindungen

Hier sind noch ein paar Vorteile aufgelistet, warum sich die Fahrt mit der Bahn auf jeden Fall lohnt: Kit_GreenerMobility_TrainFlight_EN.pdf

Sollten Ihnen aufgrund der Wahl eines nachhaltigeren Transportmittels Zusatzkosten entstehen, beteiligt sich das Programm Erasmus mit einem symbolischen Beitrag an Ihren Zusatzkosten. Melden Sie sich gerne bei uns mit Fragen und Anregungen zu diesem Thema.

Weitere Quellen:

Mehr Informationen zum Thema Erasmus und Nachhaltigkeit finden Sie im Paper „Sustainable Mobility“ des DAAD:
https://static.daad.de/media/daad_de/pdfs_nicht_barrierefrei/der-daad/210216_daad_perspektive_mobilitaet_a4_eng.pdf

Sowie auf der Webseite:

https://eu.daad.de/programme-und-hochschulpolitik/erasmus-ab-2021/erasmusplus-green/de/78510-erasmusgreen--nachhaltigkeit-im-neuen-erasmus-programm/

Bei allen wichtigen individuellen Aktivitäten zum Klimaschutz sollte jedoch nicht die Rolle von  politischen Entscheidungen übersehen werden (die wir als Bürger/in und Wähler/in beeinflussen können und für die wir damit mit Verantwortung tragen) – siehe auch die Publikation von Michael E. Mann (2021): The New Climate War
(Rezension: https://www.sciencenews.org/article/new-climate-war-book-exposes-tactics-climate-change-inactivists)